MUSIK AUF EINER REISE DER VIELFALT

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„Eine junge Nachwuchssensation“ nannte ihn der NDR. Eigentlich war der gebürtige Frankfurter nur für das Abschlusskonzert der Kammermusiktage Ahrenshoop 2017 vorgesehen. Da jedoch ein Quartett kurzfristig ausfiel stand der Geiger fast jeden Abend auf der Bühne. In verschiedensten Formationen überzeugte er nicht zuletzt auch seine Mitspieler, wie Bastian Schäfer und Janne Saskala von den Berliner Philharmonikern.

Puschan Mousavi verkörpert als Künstlertyp den „Allrounder“ im besten Sinn des Wortes. Er überzeugt nicht nur durch seine exzellente musikalisch interpretative und virtuose Kunst an seinem Instrument.

Ausgebildet an der Universität der Künste Berlin, absolvierte er ein Hochbegabtenstudium in der Violinklasse von Prof. Uwe-Martin Haiberg. Danach führte ihn sein Weg zur Violinvirtuosin Priya Mitchell.

2009 gewann er den Förderpreis für herausragende künstlerische Leistung des Rotary Clubs Radolfzell am Bodensee bei den dortigen internationalen Musikfestspielen. Zu seiner Interpretation des Violinkonzerts von Edvard Elgar ließ der Südkurier verlauten: „Es scheint ein fast magisches Einverständnis zu herrschen (…)“. Im gleichen Jahr wurde er zum Toptalent of the Stiftfestival (Niederlande) ernannt, in der Meisterklasse von Geigenlegende Ivry Gitlis. Es folgte eine Einladung von Yoshika Shibata zum Meisterkurs für „Junge Solisten Berlin“. Dort erhielt er die Möglichkeit gleich mehrere Male mit dem Neuen Sinfonie Orchester Berlin aufzutreten.

Puschan hat sich auch einen herausragenden Namen als Initiator und „Regisseur“ innovativer Projekte gemacht, in denen er seit 2016 zunehmend Ziele, die ihm musikalisch, menschlich und politisch wichtig sind, realisieren kann.

„Ein Hotspot für junge Künstler der Klassik“ titelte die Frankfurter Rundschau, als Puschan in seiner Heimatstadt ein Musikfestival im Thurn und Taxis Palais an der Frankfurter Hauptwache kreierte. Im Jahr zuvor bekam er die Einladung der Eventagentur Palais GmbH ein junges Streichorchester zu gründen, nachdem er die Leitung des Frankfurt Main Kammerorchesters innehatte. So entstand das Palaisorchester Frankfurt, mit dem Puschan Mousavi Malvani drei Jahre lang zusammenarbeitete.

2016 förderte die Stadt Frankfurt Puschans Idee eines interkulturellen Musikfestivals zum persischen Neujahr im Künstlerclub Montez. Seitdem verfolgt er das Ziel, Klassik auch außerhalb des gängigen Konzertbetriebs zu präsentieren. Dieses Jahr galt sein Augenmerk Johann Seb. Bach. Dessen 333. Geburtstag feierte er u.a. im Montez Frankfurt mit den Konzertreihen „Bach für alle“ und „Klassik für alle“. In den Gesprächskonzerten verschaffte er auf persönliche Weise auch jenen Zuhörern ohne klassische Konzerterfahrung und Vorwissen Zugang zu dem großen Zyklus der Sonaten und Partiten. Der Wiesbadener Kurier schrieb über einen seiner Auftritte:

„Schon beim verbalen Vortrag reißt er sein Publikum mit. Die Begeisterung und Faszination, die Puschan Mousavi Malvani für das anspruchsvolle Programm empfindet (…) ist schon bei seinen Erläuterungen vorab deutlich spürbar. Um so mehr gilt das für sein virtuoses Violinenspiel. (…) Bei der Interpretation von Johann Sebastian Bachs Partita in h-Moll stellt P. M. Malvani dann sein großes Einfühlungsvermögen unter Beweis. Innig und packend (…)

Die körperliche Spannung, die dem Spiel des Violinisten dabei zu Grunde liegt, ist jederzeit deutlich wahr zu nehmen. Beim Hauptwerk des Abends, der C-Dur-Sonate von J.Seb. Bach, überzeugt P. M. Malvani dann nicht zuletzt dadurch, dass er unaufgeregt mit Größe umgehen kann. Sei es bei den dissonanten Reibungen des Auftakts, die wie ein einsames Rufen in der Weite wirken. Sei es bei der komplexen Klarheit der Fuge (..) Sei es beim anschließenden Largo, das P. M. Malvani so mitfühlend-leidend interpretiert, dass man davon tief berührt wird.“

Für sein Konzert zum europäischen Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus dieses Jahr in Orleans schrieb er einen Klavierauszug für das Violinkonzert von Szymon Laks. Laks hatte als Mitglied und später Leiter des Lagerorchesters Auschwitz überlebte.

Seine erste CD „Zwischenwelten“ schlägt eine Brücke zwischen Puschans orientalischen Herkunft und seiner westlichen Musikausbildung.

2018 kehrt er als Artist in Residence nach Ahrenshoop zurück. Unter anderem mit dem Programm, mit dem er schon früh für Furore sorgte: „Gelebtes Sonett“ (FR, 2013) hieß es über seine Interpretation der Jahreszeiten von A. Vivaldi und A. Piazzolla. „Wenn er geigt, wirkt es, als sei die Violine Teil seines Körpers, gespannt wie ein Flitzebogen von den Zehen bis in die Geigenschnecke hinein. Malvani braucht nicht (…) Silberringe und (…) halbgeschnürten Stiefeletten (…), damit sein Spiel modern und kompromisslos lebendig rüberkommt – dabei stets ernsthaft das Erbe klassischer Musik würdigend.“ (FR, 17.07.2014)

Puschan Mousavi Malvani spielt Violine aus der Werkstatt von Geigenbaumeister Jonas Gierten.

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