Klassik Krise “Romantik am Abgrund”

2026-02-24T00:00:00+01:00
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Zu Gast ist wie versprochen wieder die Pianistin Barbara Anton.

Gemeinsam sprengen wir die Grenzen der Romantik und entdecken neue Wege in bekanntem Terrain.

Mitte des 19. Jahrhun­derts beginnt sich eine Krise in der Klassik anzubahnen. Die Harmonik wird fast wie eine Droge an ihre Wirkungs­grenzen ausge­reizt. Nicht die Form, sondern die Wirkung zählt. Viele Kompo­nisten verlieren sich in opulenter Orches­trierung. Üppige Klang­wellen verur­sachen einen Rausch der Gefühle. Richard Strauss und César Franck sind beide Vertreter des großen Stils. Ihre Violin­so­naten sind von sinfo­ni­schem Ausmaß.

Strauss beginnt bereits mit 17 Jahren seine Sonate in Es-Dur zu skizzieren. Über Jahre steigert sich dieses Werk zu einer Reife­prüfung und lässt viele seiner späteren Werke anklingen. Die Verschmelzung von Violine und Klavier ist absolut. Trotz der Dichte atmet die Sonate noch den Duft der Jugend. Natürlich sehen wir Richard Strauss auch in seiner proble­ma­ti­schen Rolle als Leiter der Reichs­kul­tur­kammer bis 1945. Genauso wenig vergessen wir, dass er die Eltern seiner jüdischen Schwie­ger­tochter aus There­si­en­stadt persönlich befreien wollte.

César Franck Sonate ist ein Spätwerk und hat fast religiöse Züge. Es sind die zarten, impres­sio­nis­ti­schen Stellen, die den wichtigen Gegenpart zu den gigan­ti­schen Klang­säulen bilden, die Franck schafft. Im Finale spielen Klavier und Violine in einem Kanon von Zartheit bis hin zur könig­lichen Erhabenheit. Franck war bis zu seinem Tod als Kirchen­mu­siker angestellt. Diese Sonate wird zur Kathe­drale seines Glaubens.

Richard Strauss (1864–1949)

Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op.18

Allegro, ma non troppo

Impro­vi­sation. Andante cantabile

Finale. Andante – Allegro

César Franck (1822–1890)

Sonate für Violine und Klavier (1886)

Allegretto ben moderato

Allegro

Recitativo – Fantasia

Allegretto poco mosso

Barbara Anton: Klavier

Puschan Mousavi Malvani: Violine und Moderation

Eintritt: 30 / 15 Euro (ermäßigt)
Karten an der Abend­kasse ab 18.30 Uhr
Kunst­verein Familie Montez, Unter der Honsell­brücke 7, 60314 Frankfurt