Klassik Krise “Jupiter”

2026-08-21T00:00:00+02:00
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Endlich geht es wieder los: gigan­tisch, schwe­relos und frei wie die Klassik Krise an sich beginnt das Programm nach der Sommer­pause. Zu Gast ist der Pianist Konstantin Zvyagin. Wir sind Kollegen an der Akademie für Tonkunst Darmstadt und werden im September auf dem dortigen Schumann Festival auftreten. Die Premiere gibt es aber – wie es sich gehört – in der Klassik Krise “Jupiter” am 30.8.2026 um 19 Uhr im Kunst­verein Familie Montez.

*J U P I T E R*

“Warst du schon auf Jupiter?

Deinem Atem wird so langsam und tief, dass du das Atmen vergisst.

Und dein Geist wächst, als wäre er viele.

Du bist zu groß, um zu leben oder nicht zu sein.”

Franz Schuberts Fantasie expan­diert. Ihre Abschnitte sind Leben in Leben, inkar­nierte Ketten, die zusammen gehören trotz ihrer Unabhän­gigkeit. Es ist eines dieser Schubert Werke, das zu außer­ge­wöhnlich ist, als dass es von einem Menschen allein gedacht wurde. Mit klaus­tro­pho­bi­scher Achtsamkeit lässt Schubert hölzerne Puppen tanzen, die eine Szenerie wieder­holen, in der es nur unscheinbare Verän­de­rungen gibt. Ein klang­liches Suchbild, das, kaum haben sich unsere Ohren geschärft, sich aufklappt und Welten zum Vorschein bringt, die an Schönheit, Kurio­sität, Wahnsinn und Erhabenheit nicht zu übertreffen sind.

Robert Schumanns Werk kurz vor seiner unwis­sent­lichen Einlie­ferung in die Psych­iatrie Endenich gibt Rätsel auf. Seine selten gespielte 3. Sonate für Violine und Klavier a‑Moll ist vielen vergessen. In diesen Raum zu treten und zuzuhören bedarf Unvor­ein­ge­nom­menheit, Mut und Empathie. Das klare struk­tu­relle Denken wird durch­lö­chert von einer harmo­ni­schen Progres­si­vität. Eine neue Schumannsche Denkart erscheint als Produkt ewigen Getrieben seins. Disso­nanzen nicht als Irrita­tionen, sondern als Schlüssel zu Schumanns wildem Herzen, das zerbrochen und wegge­sperrt die Hoffnung auf ein neues Leben in sich trägt.

Franz Schubert (1797 – 1828)

Fantasie C‑Dur für Violine und Klavier, D 934
Andante molto – Allegretto – Andantino – Tempo I – Allegro vivace – Allegretto – Presto

Robert Schumann (1810 – 1856)

Sonate Nr. 3 a‑Moll für Violine und Klavier, Werk ohne Opus 2
1. Ziemlich langsam – lebhaf­teres Tempo
2. Inter­mezzo. Bewegt, doch nicht zu schnell
3. Scherzo. Lebhaft
4. Finale. Markiertes, ziemlich lebhaft

Konstantin Zvyagin – Klavier

Puschan Mousavi Malvani – Violine, Klavier und Moderation

Eintritt: 30 Euro / 15 Euro ermäßigt
Karten an der Abend­kasse ab 18.30 Uhr
Kunst­verein Familie Montez, Unter der Honsell­brücke 7, 60314 Frankfurt