Endlich geht es wieder los: gigantisch, schwerelos und frei wie die Klassik Krise an sich beginnt das Programm nach der Sommerpause. Zu Gast ist der Pianist Konstantin Zvyagin. Wir sind Kollegen an der Akademie für Tonkunst Darmstadt und werden im September auf dem dortigen Schumann Festival auftreten. Die Premiere gibt es aber – wie es sich gehört – in der Klassik Krise “Jupiter” am 30.8.2026 um 19 Uhr im Kunstverein Familie Montez.
*J U P I T E R*
“Warst du schon auf Jupiter?
Deinem Atem wird so langsam und tief, dass du das Atmen vergisst.
Und dein Geist wächst, als wäre er viele.
Du bist zu groß, um zu leben oder nicht zu sein.”
Franz Schuberts Fantasie expandiert. Ihre Abschnitte sind Leben in Leben, inkarnierte Ketten, die zusammen gehören trotz ihrer Unabhängigkeit. Es ist eines dieser Schubert Werke, das zu außergewöhnlich ist, als dass es von einem Menschen allein gedacht wurde. Mit klaustrophobischer Achtsamkeit lässt Schubert hölzerne Puppen tanzen, die eine Szenerie wiederholen, in der es nur unscheinbare Veränderungen gibt. Ein klangliches Suchbild, das, kaum haben sich unsere Ohren geschärft, sich aufklappt und Welten zum Vorschein bringt, die an Schönheit, Kuriosität, Wahnsinn und Erhabenheit nicht zu übertreffen sind.
Robert Schumanns Werk kurz vor seiner unwissentlichen Einlieferung in die Psychiatrie Endenich gibt Rätsel auf. Seine selten gespielte 3. Sonate für Violine und Klavier a‑Moll ist vielen vergessen. In diesen Raum zu treten und zuzuhören bedarf Unvoreingenommenheit, Mut und Empathie. Das klare strukturelle Denken wird durchlöchert von einer harmonischen Progressivität. Eine neue Schumannsche Denkart erscheint als Produkt ewigen Getrieben seins. Dissonanzen nicht als Irritationen, sondern als Schlüssel zu Schumanns wildem Herzen, das zerbrochen und weggesperrt die Hoffnung auf ein neues Leben in sich trägt.
Franz Schubert (1797 – 1828)
Robert Schumann (1810 – 1856)
2. Intermezzo. Bewegt, doch nicht zu schnell
3. Scherzo. Lebhaft
4. Finale. Markiertes, ziemlich lebhaft

Puschan Mousavi Malvani – Violine, Klavier und Moderation
Karten an der Abendkasse ab 18.30 Uhr
Kunstverein Familie Montez, Unter der Honsellbrücke 7, 60314 Frankfurt



