Klassik Krise »Schatten der Lebendigkeit«

2026-06-17T00:00:00+02:00
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Vor der Sommer­pause wird es bunt!

»Wer zum Schluss noch Lachen kann, hat entweder etwas verstanden oder alles verpasst.«

Porträt eines Geigers mit langen lockigen Haaren vor dunklem Hintergrund. Er blickt direkt in die Kamera und hält einen Geigenbogen in der Hand.

Puschan Mousavi Malvani, Geiger.

Geladen ist mein Ensemble von der Akademie für Tonkunst Darmstadt. Gemeinsam werden wir Felix Mendels­sohns Oktett für Streicher Es-Dur präsen­tieren. Dazu ist die Sopra­nistin Mayumi Nakano zu Gast und entführt uns in die transzen­dente Welt des Mozart Liedes. Das Schlusswort erhält Beethoven.
Felix und Wolfgang haben beide eine genia­lische Kindheit verlebt, die sie unter­schiedlich verkraftet haben. Mozart wächst zu einem komplexen Kompo­nisten heran, der die Grenzen seiner Zeit in einem unsicht­baren Macht­spiel auslotet. Mendelssohn findet einen Stil, der einen gesell­schaft­lichen Geschmack trifft und verliert eine gewisse Abgrün­digkeit. Beide verbindet eine sprudelige Persön­lichkeit. Rastlos, manchmal unver­bindlich, dann eupho­risch inspi­riert begeben sich beide in die Isolation der Unver­stan­denen. Ihnen gegenüber steht der aggres­sivere Künst­lertyp Beethovens, der das Massiv der Totalität vor sich her schiebt: “Künstler sind die wahren Kaiser der Welt”.
Allen spielt ihre Retro­per­spektive auf den Barock in die Karten. Mozart in seiner verdeckten Polyphonie, Mendelssohn in Struk­turen bachscher Orgel­werke und Beethoven mit der Adoption barocker Elemente. Es ist ihr Wissen über den Ursprung ihrer Kunst, die sie so gewaltig abhebt von vielen ihrer Zeitgenossen.
Das Oktett ist eine Bibliothek der musika­li­schen Erziehung der Familie Mendelssohn. Bei diesem Frühwerk wird Schwester Fanny ihre Finger mit im Spiel gehabt haben. Mozarts Abend­emp­findung ist ein Selbst­porträt, das ironisch und zugleich tragisch ist. Die Wehmut ist nur uns Zuhörenden eigen, während Mozart die mensch­liche Enge schon verlassen hat. In dieses Lied strömt die Nacht, in der Beethovens Mondschein geboren wird. Eine unheimlich hypno­tische Trans­for­mation, in der Beethoven – wie gewohnt – Grenzen versetzt.

Felix Mendelssohn (1809 ‑1847)
Oktett für Streicher Es-Dur op. 20

Allegro moderato ma con fuoco
Andante
Scherzo. Allegro leggie­rissimo
Presto

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Lieder für hohe Stimme und Klavier

Das Veilchen KV 476
Allegretto

Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte KV 520
Andante

Abend­emp­findung KV 523
Andante

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate für Klavier Nr. 14 cis-Moll op. 27, Nr.2
Sonate quasi una fantasia “Mondschein”

Adagio sostenuto – Allegretto/Trio – Presto agitato

Strei­cher­en­semble: Schüler, Studenten und Lehrende der Akademie für Tonkunst Darmstadt
Mayumi Nakano – Sopran
Puschan Mousavi Malvani – Violine, Klavier und Moderation
Eintritt 30 / 15 Euro ermäßigt
Einlass 30 Minuten vor Beginn.
Kunst­verein Familie Montez
Unter der Honsel­brücke 7 60314 Frankfurt